Interview mit einem Matrosenmädchen

Handgemachtes und Maschinelles, Inseltypisches und Inseluntypisches, Nützliches und Überflüssiges: Das Souvenirangebot auf Fehmarn hält von allem etwas bereit. Als die reisekorrespondentin (dr) im Hauptort Burg in einem Geschenkeladen stöberte, winkte ihr ein kleines Matrosenmädchen zu. Im Gespräch verriet es die schönsten Strände und Sehenswürdigkeiten der Ostseeinsel.

dr: Moin, liebes Matrosenmädchen. Von Berufs wegen hast du bestimmt schon etliche attraktive Orte auf diesem Planeten gesehen. Trotzdem hockst du in diesem Souvenirshop auf Fehmarn herum. Warum?
Matrosenmädchen (lächelt mit wissender Miene): Moin. Ja, es stimmt. Ich bin in den vergangenen Jahren kreuz und quer durch die Welt gesegelt. Fehmarn ist und bleibt mein Heimathafen, mein Anker. Es zieht mich immer wieder hierher zurück.  

dr: Und warum genau?
Matrosenmädchen (schaut verliebt): Es ist das Gesamtpaket aus himmlischer Ruhe, sauberer Luft, glasklarem Meer, ländlicher Bescheidenheit und der beglückenden Sanftmut, die Fehmarn allerorten ausstrahlt. Ich liebe dieses Gefühl von Freiheit und Geborgenheit zugleich, welches man auf der Insel verspürt.

dr: Fehmarn verfügt über sagenhafte 78 Kilometer Strand. Welcher Abschnitt ist denn deiner Meinung nach der schönste?
Matrosenmädchen (runzelt die Stirn): Hm … Das ist sicherlich reine Geschmackssache. Jeder Strand ist auf seine Weise schön. Für Familien mit Kindern ist besonders der Strand in Burgtiefe geeignet. Er ist mit rund 2,5 Kilometern Länge und bis zu 60 Metern Breite der größte Strand von Fehmarn, bietet feinsten Sand und einen flachen, steinlosen Übergang ins Meer, man kann Strandkörbe mieten und sich an der Promenade in Cafés, Eisdielen und Restaurants verköstigen. Der Camper-Fraktion empfehle ich den Flügger Strand westlich von Gollendorf, einen flachen Sand- und Kieselstrand mit Dünen und Campingplatz. Wer es ruhiger mag, wählt den oberhalb vom Flügger Strand gelegenen Püttsee Strand. An dem Sand- und Kieselstrand gibt es kaum Infrastruktur und entsprechend weniger Touristenaufkommen. Im Norden der Insel bei Gammendorf befindet sich ein weiterer naturbelassener, ruhiger Strand mit weichem Sand. Zum Schwimmen sollte man jedoch Badeschuhe dabei haben. Der Einstieg ins Wasser ist steinig.

dr: Mit rund 2.200 Sonnenstunden im Jahr gilt Fehmarn als eine der sonnenreichsten Regionen Deutschlands und bietet beste Bedingungen für einen Bilderbuchbadeurlaub. Gibt es neben den typischen Strandaktivitäten wie Baden, Buddeln und Bräunen noch andere Unternehmungen, die bei einem Fehmarn-Aufenthalt nicht fehlen dürfen?
Matrosenmädchen (zwirbelt seine Zöpfchen): Nicht sonderlich viele. Und genau das ist ja das Wundervolle an Fehmarn: Man kann sich ohne jeden Sightseeing-Druck durch den Tag treiben lassen, zwischen den Strandeinheiten den kleinen Hunger an einer Fischbude besänftigen, auf einen Kaffee in ein behagliches Hofcafé einkehren, das Verlangen nach Süßem in einer Eisdiele stillen. Etwas Inselgeschichte sollte man sich allerdings schon zu Gemüte führen und dafür solche Stellen ansteuern wie das Denkmal zur Erinnerung an den Schleswig-Holstein-Aufstand vom 24. März 1848 am Burger Binnensee, das Niobe-Denkmal am Gammendorfer Strand und den Jimi-Hendrix-Gedenkstein zwischen Flügger und Püttseer Strand. Falls es doch einmal regnet, hält die Insel allerlei Indoor-Unterhaltung bereit, das „Meereszentrum Fehmarn“ zum Beispiel, das Wellenbad „Fehmare“ oder die „Galileo Wissenswelt“. Das sind aber wirklich keine Must-see-Attraktionen. 

dr: Wenn man sich beim Souvenir-Shopping nicht gerade für dich entscheidet: Was sollte man sonst als Erinnerung an die Insel mitnehmen?
Matrosenmädchen (baumelt mit den Beinen): Thematisch drängt sich natürlich irgendetwas mit Bezug zum Meer auf – Rettungsringe mit „Welcome“-Aufdruck, Petroleumlampen im Leuchtturmlook, Badethermometer in Fischform … Die Auswahl ist gigantisch. Wer ergebnisoffen ist, dem lege ich einen Besuch des Insel-Kontors in Petersdorf ans Herz. Das Geschäft ist ein wahres Kuriositätenkabinett und bietet auf mehr als 200 Quadratmetern ohne Ende Inspirationen für den Mitbringselkauf: angefangen bei maritimen Souvenirs wie echten Fischernetzen über Wohnaccessoires im Kaffeehaus-, Mittelmeer- oder Landhausstil bis zu überregionalen Krimskramsklassikern wie Buddhas, Elfen und Räucherstäbchen. Ach ja, und auf Fehmarn gibt es zahlreiche Kunstschaffende, die ihre Werke verkaufen. Wer auf der Suche nach etwas Einzigartigem ist, wird hier gewiss fündig.

dr: Herzlichen Dank für deine Empfehlungen. Dann begleitest du mich jetzt über die Insel?
Matrosenmädchen (macht eine abwinkende Handbewegung): Da nich’ für. Und ja: sehr gerne!

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