Sollte man vor dem Antritt einer Reise mit etlichen Benimmratgebern die Rolle eines Mustertouristen einstudieren oder vollkommen unvorbereitet in die Welt hinausziehen und auch mal einen Fehltritt riskieren? Annäherungen aus persönlicher, praktischer und psychologischer Perspektive.
In welchem Umfang sollte ich mich vorbereiten? Diese elementare Frage stellt sich allen, die eine Reise beabsichtigen. Möchte ich mich für sämtliche Eventualitäten wappnen oder alles entspannt auf mich zukommen lassen? In welche Richtung man tendiert, hängt grundsätzlich von der eigenen Persönlichkeit ab: Ist man eher ängstlich oder abenteuerlustig veranlagt? Bedachtsam oder spontan? Scheut man Überraschungen oder liebt man sie? Flankierend zu dieser intuitiven Herangehensweise können auch einige rationale Erwägungen wertvoll sein, welches Ausmaß an Reiseplanung optimal erscheint.
Auf einer Skala von eins (sicherheitsbedürftig) bis zehn (risikofreudig) würde ich mich selbst ungefähr in der Mitte einordnen. Dieser Wert kommt dadurch zustande, dass mein Verhalten in Abhängigkeit von der jeweiligen Angelegenheit stark variiert. In mancherlei Hinsicht lasse ich den Dingen gerne freien Lauf, in anderen Bereichen bin ich sorgsam und vertraue mich höchst ungern dem Zufall an. Hinsichtlich der formalen Ebene der Reisevorbereitungen, also alles rund um solche Themen wie Einreise- und Zollbestimmungen, Gesundheit, Sicherheit, Geld und Klima, informiere ich mich umfassend und aktuell beim Auswärtigen Amt oder bei den jeweiligen konsularischen Vertretungen und treffe die notwendigen Vorkehrungen. Ohne die passenden Papiere kann die Reise unter Umständen schon am Check-in-Schalter enden, bei Unkenntnis von hygienischen Bedingungen im Krankenhaus, mit den falschen Gegenständen im Gepäck im Gefängnis und mit Wissenslücken im Hinblick auf Sicherheitsvorschriften im Jenseits. Das alles möchte ich mir nach Möglichkeit ersparen.

Ganz anders sieht es mit meiner Einstellung aus, wenn es um die inhaltliche Ebene der Reiseplanung geht. Hierzu zähle ich solche Aspekte wie das Aneignen von landeskundlichem Wissen (Geschichtliches, Politisches, Geografisches, Demografisches, Wirtschaftliches, Kulturelles, Soziales) und die Ausgestaltung des Aufenthalts vor Ort. Welche Attraktionen und Aktivitäten will man nicht verpassen? Wie kann es gelingen, Fettnäpfchen zu identifizieren und zu umschiffen? Auf diesem Gebiet lassen sich problemlos Kompromisse eingehen, ohne sofort Leib und Leben aufs Spiel zu setzen – insbesondere dann, wenn man in eine touristisch gut erschlossene Gegend reist und nicht auf eigene Faust, sondern mit versierter Reiseleitung.
Bisher habe ich überwiegend positive Erfahrungen mit der Strategie gemacht, mitunter auch mit fragmentarischen Landeskenntnissen in unbekannte Gefilde aufzubrechen und mich im Vorfeld nicht immer genau festzulegen, was ich erleben will. Die Gefahr, mit diesem Mut zur Lücke in das eine oder andere Fettnäpfchen zu treten, hat sich als unerheblich erwiesen. Gründlich verdorben habe ich es mir dadurch wissentlich mit niemandem. Eben das ist mit dieser seit dem 19. Jahrhundert bekannten Redewendung gemeint, die vermutlich auf eine bäuerliche Sitte zurückgeht. Einst hielt man neben dem Ofen einen Napf mit Stiefelfett bereit. Es kam wohl vor, dass unaufmerksame Besucher hineintraten und zum Ärger der Hausfrau den Boden ringsum verunreinigten.
Den Impuls, mein eigenes Vorgehen bezüglich der Vor- und Nachbereitung von Reisen genauer unter die Lupe zu nehmen, erhielt ich von einer kritischen Leserin. Einer meiner Beiträge über die südwestchinesische Provinz Sichuan hatte bei ihr ein ungutes Gefühl hinterlassen. Die Leserin tadelte, dass ich mit meinen Schilderungen lediglich die üblichen Vorurteile unterstreiche, was im Übrigen nicht verwunderlich sei, da ich mich offensichtlich nicht in die Region eingearbeitet hatte. Dann legte mir die China-Expertin noch die Lektüre des Buches „Der China Knigge. Eine Gebrauchsanweisung für das Land der Mitte“ nahe, damit ich mir meine Meinung nicht nur aus den Schlagzeilen der Massenmedien bilden möge.
Diesen Kommentar nahm ich also zum Anlass, um meine Haltung systematisch zu reflektieren. Ja, es stimmte. Ich hatte mich auf die Sichuan-Reise inhaltlich nicht sonderlich gut vorbereitet – und der Bericht darüber zählt sicherlich nicht zu meinen besten. Aber war ich deswegen mit Scheuklappen durchs Land gereist und hatte diese immer nur dann für einen Moment abgelegt, wenn sich gerade etwas Geeignetes für die Bestätigung meiner Vorurteile bot? Ein solches Szenario ist schon deshalb absurd, weil ich in diesem Fall derart wenig Ahnung von meinem Reiseziel hatte, dass kaum konkrete Vorstellungen bestanden, weder positiver noch negativer Art. Ich fühlte mich, was Sichuan betraf, wie ein unbeschriebenes weißes Blatt. Offen für alles, was da kommen würde.
In der Sozialpsychologie werden Vorurteile als eine Haltung gegenüber Personen, Gruppen, Objekten oder Sachverhalten definiert, die weniger auf direkten Erfahrungen als auf Generalisierungen beruhen. Nach dem US-amerikanischen Psychologen Gordon Allport ist ein Vorurteil „eine Antipathie, die sich auf eine fehlerhafte und starre Verallgemeinerung gründet“. Daraus resultiert, dass man selbst mit der besten theoretischen Reisevorbereitung irgendwelche Annahmen und Erwartungen im Gepäck hat, die einem Abgleich mit unmittelbaren Eindrücken vor Ort bedürfen. Frei von Vorurteilen ist man strenggenommen niemals. Sie sind dem Prozess der Meinungsbildung immanent, semantisch betrachtet nichts anderes als eine vorläufige Meinung – ein Zwischenergebnis, das gröber oder feiner ausfallen kann. In diesem Sinne lassen sich wertende Vorstellungen zwar immer weiter differenzieren, faktisch jedoch nicht auflösen. Nicht gegenüber anderen Ländern, Kulturen oder Individuen. Entscheidend ist nicht, ob Vorurteile bestehen oder nicht, sondern ein bewusster Umgang mit denselben.
Wer sich ausführlich auf seinen Aufenthalt in der Fremde vorbereiten möchte, kann heute aus einer beeindruckenden Palette an Publikationen von großen Traditionsverlagen, experimentierfreudigen Start-ups und Reiseblogs wählen: Ob klassische Reiseführer zu Ländern oder Regionen, Sondereditionen zu Weltreisen, Verrücktem, Glück, Beerdigungszeremonien, Gipfelrausch, Erlebnissen unter freiem Himmel oder queerfreundlichen Destinationen, Guides mit exklusiven Insidertipps oder exakten Anleitungen für abenteuerliche Roadtrips, ob länderspezifische Gebrauchsanweisungen, Knigge-Ratgeber oder so genannte „Fettnäpfchenführer“ – all das ist vorhanden, um einen mustergültigen Auftritt im Ausland einzustudieren. Die Bandbreite der behandelten Punkte zum Vermeiden von Peinlichkeiten reicht von Begrüßung und Bekleidung über Tischmanieren, Trinkgeld und Pünktlichkeit bis zu Tabus und Tipps für die Toilettenbenutzung.

Adolph Knigge wäre angesichts dieses Benimmbücherbooms wahrscheinlich verwundert. Mit seinem 1788 erschienenen Werk „Über den Umgang mit Menschen“ beabsichtigte der Schriftsteller seinerzeit eine Aufklärungsschrift für Taktgefühl und Höflichkeit im Umgang mit Generationen, Berufen und herausfordernden Charakteren. Dass sein Buch später als Ratgeber für gutes Betragen Karriere machte und er selbst seitdem als Anstandspapst gilt, basiert auf einem Missverständnis. Denn Knigge wollte keine starren Regeln dozieren, wie man sich formvollendet begrüßt, Gedecke korrekt arrangiert, sich geziemend kleidet oder Geschäftsabschlüsse seriös besiegelt. Ihm ging es vielmehr um die fundamentalen Werte menschlichen Miteinanders wie Respekt, Freundlichkeit und Verbindlichkeit, also nicht um Etikette, sondern um Ethik.
An dieser Stelle sei noch rasch erwähnt, dass der eingangs genannte China-Knigge in Rezensionen nicht gerade blendend abschneidet. Dort heißt es, dass die Autoren gut daran getan hätten, ihren Anspruch, alles über chinesische Alltagskultur und Gebräuche vermitteln zu wollen, etwas herunterzusetzen. Der Exkurs in die klassische chinesische Kultur sei enttäuschend, die Verallgemeinerung der geschilderten Einzelschicksale befremdlich, die Differenzierung zwischen Stadt- und Landkulturen mangelhaft, die Aktualität der Aussagen strittig und die fehlende Trennschärfe zwischen Fakten und Fiktion problematisch. Als ausgewogenen Leitfaden für China-Neulinge könne man das Buch nicht empfehlen, da die Pauschalisierungen und teilweise überholten Informationen ein irreführendes Zerrbild der chinesischen Alltagsgesellschaft vermittelten. Keine guten Voraussetzungen zum Korrigieren von Vorurteilen. Mir erscheint es auch einigermaßen ambitioniert, ein Land, das fast 27-mal größer als Deutschland ist und 17-mal so viele Menschen zählt, mit all seinen Eigenheiten in einem einzigen Buch darlegen zu wollen.
Manchmal kann es erhellend sein, eine Thematik aus der entgegengesetzten Warte zu beleuchten. Wenn man sich also das Worst-Case-Szenario ausmalt, dass man in einen Fettnapf tapst, nicht nur ein wenig, sondern mitten hinein. Was ist das Allerschlimmste, was dann passieren könnte? Genau: eine Blamage. Dass man als ein touristischer Elefant im Porzellanladen der lokalen Traditionen dasteht, dass man sich infolgedessen über Unterschiede auszutauschen beginnt, voneinander lernt, sich vielleicht sogar gemeinsam amüsiert oder laut lacht über den Fauxpas. Na und? Wäre das wirklich ein Weltuntergang?
Und mal vom eigenen Standpunkt aus betrachtet: Wie unnachsichtig geht man selbst denn mit ausländischen Reisenden um, wenn sie unsere kulturellen Konventionen und sozialen Spielregeln nicht auf Anhieb bis ins feinste Detail beherrschen? Genau, wir scheuchen sie auch nicht sogleich aus unserem Land oder stempeln sie pauschal als Tollpatsch ab. Ich habe überhaupt kein Problem damit, einem Ortsfremden bei Bedarf etwas zu zeigen oder zu erklären. Wesentlich unschöner fände ich es, wenn jemand auf Biegen und Brechen versucht, alles von Anfang an richtig zu machen, und ihm angesichts der Anstrengung und Anspannung, sämtliche potenziellen Fallstricke zu vermeiden, jede Freude und Unbeschwertheit beim Entdecken meines Heimatlandes abhanden kommt. Und nicht zuletzt können von krampfhafter Bildungsbeflissenheit getriebene Versuche von Touristen, regionale Routinen oder Rituale zu imitieren, unter Umständen peinlicher sein als ein offenes und ehrliches Bekenntnis zur Unwissenheit.
Nein, ich finde es nicht verwerflich, wenn man vor der Reise nicht bereits profundeste Kenntnisse der regionalen Geschichte und Gepflogenheiten besitzt, nicht weiß, wie hoch jener Glockenturm, wie tief jener Canyon oder wie alt jene Tempelanlage ist, nicht jedes Rakija- oder Reisschnapsritual aus dem Effeff beherrscht, nicht mit jeder Sari- oder Turbanbindetechnik vertraut ist, nicht an heiligen Stätten jedes Zeremoniell bis ins Detail ausdeuten kann, nicht exakt weiß, wie viel Nähe oder Distanz bei der Begrüßung schicklich ist, das heißt wie viele Händedrücke, Küsse, Schulterklopfer oder Umarmungen wann und wie zu erfolgen haben – oder eben auch nicht. In unseren schnelllebigen Zeiten ist ohnehin nicht auszuschließen, dass das, was man sich lang und breit angelesen hat, schon gar nicht mehr rundum zutrifft, wenn man im Land unterwegs ist. Und sollte man doch einmal aufgrund von rudimentären Vorkenntnissen mit einem Fragezeichen von einer Reise zurückkehren, besteht immer noch die Möglichkeit, die Unklarheiten durch Nachbereitung zu beseitigen.
Das Streben, sich anderswo manierlich zu präsentieren, ist prinzipiell ehrenwert und nachzuvollziehen. Man hat vielleicht das – fälschlicherweise Kurt Tucholsky zugeschriebene – Zitat im Kopf: „Als deutscher Tourist im Ausland steht man vor der Frage, ob man sich anständig benehmen muss oder ob schon deutsche Touristen da gewesen sind.“ Nein, man möchte sich freilich von dem Verdacht distanzieren, zur Fraktion der Bettenburgen behausenden Ballermannbanausen zu zählen, die meinen, mit ihrem Flugticket einen Freibrief für Narrenfreiheit zu erwerben und ihren Urlaub so hemmungslos feiern wie eine sechste Jahreszeit.
Man muss das Ganze allerdings auch nicht ins Gegenteil übersteuern und einen Urlauber mimen, der mit einer für Extremsituationen tauglichen Hightech-Ausrüstung loszieht und wie eine Kreuzung aus Raumfahrer und Höhlenforscher aussieht, der sich auf der unbedingten Suche nach echten Erlebnissen immer weiter von den bekannten Trampelpfaden entfernt und dabei neue austritt, was die Frage aufwirft, ob es für die Umwelt nicht verträglicher wäre, wenn er genau das nicht täte, und dessen Gewissenhaftigkeit so weit reicht, dass er sich erst dann auf die Schulter klopft, wenn ihn die Ortsansässigen für einen von ihnen halten oder besser noch nach Geheimtipps für die nähere Umgebung fragen.
Das mit Abstand beste Verfahren scheint doch zu sein, sich wachsam und aufgeschlossen für Anderes durch die Welt zu bewegen, den gesunden Menschenverstand mit ins Boot zu holen, auf seine sozialen Kompetenzen wie Anpassungsvermögen, Empathie und Kommunikationsfähigkeit zu vertrauen und sich ergänzend dazu am Verhalten der Einheimischen zu orientieren. Denn dann macht man es eben im Zweifelsfall nicht: sich aus purer Neugier oder auf der Jagd nach Authentizität dazu verleiten zu lassen, in schummrige Gassen abseits der Touristenzonen abzubiegen; an Naturwundern wie Höhlen, Schluchten oder Wasserfällen über Absperrungen zu klettern, um ein noch sensationellere Selfie-Motiv zu ergattern; teure Handtaschen schwenkend und mit dickem Portemonnaie durch Armenviertel zu stolzieren; Moscheen ohne bedeckende Kleidung und buddhistische Tempel mit Straßenschuhen zu betreten; sich in hygienisch bedenklichen Restaurants Rohkost oder auf Wochenmärkten ungewaschene Leckereien einzuverleiben; Souvenirs aus irgendwelchen Korallen oder Knochen mitzunehmen; sich im zwischenmenschlichen Bereich wie ein taktloses Trampeltier aufzuführen, das von einem Fettnapf in den nächsten stapft.

Um noch einmal auf meine Reise nach Sichuan zurückzukommen: Ich war mit einem seligen Lächeln aus der Provinz zurückgekehrt, zu der ich bisher keine Verbindung verspürt hatte. Begeistert, fasziniert, inspiriert. Das weiße Blatt war nun bedeckt mit bunten Eindrücken. Vor Ort hatte uns ein mehrsprachiger Guide seine Heimat kundig und engagiert nähergebracht. Mehr hätte ich nicht mitnehmen können, selbst wenn ich mich mit Bergen von Reiseführern und Ratgebern genauer in die Region eingelesen hätte. Wenn ich schon vorher gewusst hätte, wie zutreffend der Beiname „Land des Überflusses“ ist, wie kolossal die kulturellen Schätze der Gegend sind, wie schön und schaurig ihre Geschichte ist, wie unbeschreiblich kontemplativ die Tempelanlagen anmuten, wie feurig die regionale Küche schmeckt und wie putzig die bedrohten Pandabären beim Futtern und Faulenzen aussehen.
Nur um es klarzustellen: Ich möchte mich keinesfalls gegen Reiseführer oder Reiseblogs positionieren. Viele Bücher und Beiträge sind derart anekdotisch-amüsant verfasst und ansprechend bebildert, dass die Lektüre an sich unterhaltsam, genussvoll und inspirierend ist – erst einmal ungeachtet dessen, wie dienlich der Informationsgehalt für die Reisepraxis ist.
Trotz der zumeist lockeren Vorbereitung in puncto Sightseeingprogramm und Umgangsformen fällt meine Katastrophen- und Fettnäpfchenbilanz nach ungezählten Reisen in mehr als 60 Länder weltweit verhältnismäßig spärlich aus. Man muss wohl eine gewisse Dunkelziffer hinzuaddieren, denn bestimmt bin ich mir des einen oder anderen Fehltritts nicht bewusst geworden. Und da man generell zur Vergangenheitsverklärung neigt, mag die Erinnerung einige unangenehme Geschehnisse und Missgeschicke herausgefiltert haben. Doch selbst mit dieser erweiterten Kalkulation dürfte sich keine bestürzende Summe an Schimpf-und-Schande-Situationen ergeben.
Selbstverständlich hatte ich diese Erlebnisse auf Reisen, die wahrlich keiner Wiederholung bedürfen und die ich in meiner „Nie wieder“-Rubrik verarbeitet habe. Mal ging mein Koffer verloren, ein anderes Mal die ganze Reisegruppe, mal musste ich extreme Temperaturen aushalten, mal bei Actionabenteuern Ängste durchstehen oder Gewissenskonflikte bewältigen. Doch vor diesen Erfahrungen hätte mich keine noch so akkurate Vorsorge bewahren können – es sei denn, ich wäre erst gar nicht aufgebrochen.
Tatsächlich waren meine Reisen oftmals dann am intensivsten, lehrreichsten und unvergesslichsten, wenn sich Unvorhergesehenes ereignete, Erlebnisse und Begegnungen abseits des Geplanten, auf das man weder mental noch ausstattungstechnisch eingestellt war. Gerade der Vorgang des Improvisierens, die zwangsläufig in einer unvorbereiteten Situation erforderliche Offenheit, Flexibilität und Fantasie, birgt besonders viel Potenzial für existenzielle Erfahrungen.
Ja, ich bin zu dem Schluss gekommen, dass der Königsweg für mich weiterhin irgendwo in der Mitte zwischen akribischer Einarbeitung und absolutem Treibenlassen verläuft. Auf diese Weise mal eine Must-see-Attraktion zu versäumen, nicht alles Gesehene und Gefühlte auf der Stelle abschließend einordnen zu können oder vereinzelt einen Kulturclash im Miniformat heraufzubeschwören – das riskiere ich.
Sicher ist sicher
Auf Sicherheit bedachte Reisende können im Vorfeld folgende Maßnahmen ergreifen:
– sich mit der App „Sicher reisen“ des Auswärtigen Amts ausstatten, die über kurzfristige Änderungen der Reise- und Sicherheitshinweise informiert, individuelle Checklisten für die Reisevorbereitung bietet und Informationen für Notfälle bereithält
– in der Krisenvorsorgeliste ELEFAND (Elektronische Erfassung von Deutschen im Ausland) registrieren, damit die Auslandsvertretungen bei Naturkatastrophen oder vergleichbaren Ereignissen wissen, wo man sich aufhält
– Kopien der Reisedokumente anfertigen und zusätzlich elektronisch in einer Cloud ablegen, um sich bei Verlust der Originaldokumente gegenüber der deutschen Auslandsvertretung ausweisen zu können
Transparenz-Anmerkung: Da es in dem vorliegenden Beitrag um allgemeine Erwägungen und nicht um konkrete Dokumentation geht, wurden KI-generierte Beispielbilder verwendet.
4 Kommentare
Mega, Danke für die feinsinnigen Betrachtungen. Ich gehe ähnlich vor und vertraue auf eine mittelmäßige Vorbereitung.
Freut mich, dass meine Ausführungen gefallen und noch jemand in Sachen Reiseplanung auf Perfektionismus verzichtet.
Richtig, wenn man sich vorher schon alles angelesen hat, braucht man ja gar nicht mehr hinzufahren.
Höchstens noch, um zu schauen, ob das Angelesene zutreffend ist.