Klischee-Check, Kuba

Kuba – Sonne, Salsa, Sozialismus?


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Ob Reisewerbung oder Reportagen – Kuba wird in Deutschland gerne mit der Alliteration „Sonne, Salsa, Sozialismus“ betitelt. Aber wie zutreffend sind diese Schlagwörter? Eine Überprüfung vor Ort.

Sonne: Auf unserer Reise von Santa Clara nach Havanna hat es mehrmals kräftig geschüttet. Zwischen den Regenschauern war der Himmel mal Mausgrau, mal Meerblau mit Sonne satt. Das war im Mai, also noch vor der eigentlichen Regenzeit im Sommer. Im Winter soll die Wahrscheinlichkeit, von tropischen Güssen erwischt zu werden, am geringsten sein. Dafür ist es dann aber auch kühler. Und sowieso ist das Klima auf der 1.250 Kilometer langen und bis zu 1.974 Meter hohen Karibikinsel regional unterschiedlich.

Kuba Havanna Regen2
Regen in Havanna

Salsa: Zunächst einmal: Die verbreitete Meinung, dass auf Kuba an jeder Ecke musiziert, getanzt und Rum geschlürft wird, kann ich nicht teilen. Wir haben auf den Straßen nichts dergleichen gesehen. Vielleicht lag es ganz einfach am Regen, und alle waren in ihren Häusern am Tanzen, Musizieren und Rumtrinken. Im Übrigen gehört Salsa natürlich zu Kuba, aber es gibt noch so viele Musikstile mehr: Rumba, Habanera, Nueva Trova und Timba zum Beispiel. Zuletzt schwappte aus Lateinamerika noch Reggaeton herüber, eine ziemlich aggressive Mischung aus Reggae, Hip-Hop und Dancehall.

Sozialismus: Obwohl ich von einer Kuba-Kennerin intensiv vorbereitet worden war, hat mich die Mittellosigkeit der Menschen schockiert und ihre Improvisationskunst fasziniert. Allerorten war zu sehen, wie sehr der Alltag durch die sozialistische Mangelwirtschaft bestimmt wird. Keine Leuchtreklame nirgendwo, und nur wenige Läden mit einer schillernden Warenvielfalt wie dieser:

Laden
Kubanischer Gemischtwarenladen
Kuba Verkehr in Havanna
Auch die Fortbewegungsmittel zeugen von der Mittellosigkeit der Menschen.
Fotos: pa

2 Comments

  • Ich glaube dass es für jedes Land irgendein Klischee gibt. Schliesslich ernähren sich die Schweizer in ihren Alphütten nur von löchrigem Käse und jeder Schweizer ist ein Banker. Die Bayern tragen ausschliesslich Lederhosen und trinken viel Bier während die Italiener von morgens früh bis abends spät nichts als Spaghetti essen. Für Kuba gilt eben das Salsa Rum und Fröhlichkeitsimage. Aber zutreffend ist dass es öfter mal zu Engpässen kommen kann durch die sozialistische Wirtschaft.

    • Alle möglichen Länder, Regionen und Metropolen dieser Welt sind mit Klischees besetzt, ja. Aber eben darum soll es in dieser Rubrik gehen – um einen Abgleich mit der Wirklichkeit. Es ist natürlich immer nur ein ganz kleines Schlaglicht, das ich werfen kann, denn die von mir erlebte Wirklichkeit ist ja bloß eine von Milliarden. Deshalb sind Ergänzungen, Korrekturen und Gegenentwürfe auch höchst willkommen.

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