Vom Sultanat Oman heißt es, dass es noch authentisches Arabien und unberührte Landschaften bietet. Doch die Infrastruktur des Landes am Persischen Golf entwickelt sich rasant. Wie passt das mit der Ursprünglichkeit zusammen? Ein Check nach drei Punkten.
Weihrauch: Wer die traditionelle Seite des Landes kennenlernen will, findet in Muscat nicht mehr viel davon. Die Hauptstadt von Oman ist eine moderne Metropole mit allem, was dazugehört: verspiegelten Bürogebäuden, mehrspurigen Highways, internationalen, meist luxuriösen Kettenhotels und Vorzeigebauwerken wie der Sultan-Qabus-Moschee mit monströsem Kristalllüster und gigantischen Teppichen.

Auch die Souks haben längst ein anderes Sortiment als zu Zeiten von Sindbad dem Seefahrer, dessen Geburtsort die Omanis in ihrem Land lokalisieren. Neben Datteln, Gewürzen, Silberschmuck und Weihrauch preisen die Händler inzwischen viel Plunder aus Billiglohnländern an – Geldbörsen und Taschen aus Kunstleder, Gewänder aus Synthetik und Plastikspielzeug.


Erst weniger auf den internationalen Touristenbedarf ausgerichtet ist Dhofar im Süden. Durch die Provinz verlief einst die Weihrauchstraße, wovon mehrere archäologische Stätten zeugen. Noch heute ist das kostbare Harz, das in der Antike mit Gold aufgewogen wurde, ein wichtiges Handelsgut in der Region. Die Zahl der Weihrauchläden in Salalah ist gigantisch und die Preisgestaltung höchst unterschiedlich. Als grobe Faustregel gilt: Je heller der Weihrauch, desto feiner und teurer.
Wüste: Oman hat an den Grenzen zu Saudi-Arabien und den Vereinigten Arabischen Emiraten zwei Wüsten, Rub Al-Chali und Rimal Al-Wahiba. Doch das Sultanat ist landschaftlich weitaus vielfältiger. So kann es im Hadschar-Gebirge, das sich bis zu 3.000 Meter hoch im Hinterland auffaltet, manchmal sogar Schnee geben. Und in den Küstenregionen wie Dhofar ist das Klima feucht-warm. Von Juni bis September, wenn der Monsun einen feinen Sprühregen verbreitet, kann es nahezu tropisch werden. Wie die Punkte auf dem Bild unten zeigen, sind die Tröpfchen bis zum Sensor der verwendeten Kamera vorgedrungen.

Fotos: die reisekorrespondentin
Wadis: Es stimmt, in den abgelegenen Flussbetten von Oman kann man während der Monsunzeit ein grünes Wunder erleben. Der zur Genügsamkeit erzogenen Vegetation reichen schon zarte Regenschleier, um eine erstaunliche Üppigkeit hervorzubringen – Palmen, Gräser und Blumen.