China, Mitbringsel

Interview mit einem Panda


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Mit ihren großen Köpfen, den tapsigen Tatzen und den Augen, die aussehen, als wären schwarze Tränen herausgeflossen, aktivieren Pandas den Beschützerinstinkt. die reisekorrespondentin (dr) besuchte die vom Aussterben bedrohten Bären in einer Aufzuchtstation in der chinesischen Provinz Sichuan und unterhielt sich mit einem Plüschtierexemplar, das sie in einem Souvenirshop erstand.

dr: Hallo Panda! Der Bambus wird euch mundgerecht serviert, es gibt Spielgeräte zum Turnen und sogar klimatisierte Räume, wenn es euch in eurem dicken Pelz zu warm wird. Wie lebt es sich in dem Luxus-Resort für Pandabären?
Panda: (knuspert unbeirrt an seinem Bambus weiter)

dr: Ja, ich habe gehört, dass ihr bis zu 20 Kilo Bambus pro Tag verdrücken müsst, um euren Energiebedarf zu decken, aber könntest du vielleicht trotzdem mal kurz pausieren?
Panda: (greift sich den nächsten Bambusstängel, schält ihn und knuspert weiter)

dr: Ihr seid das Nationaltier Chinas, der globale Sympathieträger des Landes und das WWF-Wappentier für Artenschutz. Alle lieben euch. Wie kommt ihr mit dieser Verantwortung klar?
Panda (schmatzt und spricht mit vollem Mund): Wir haben uns das nicht ausgesucht.

dr: Aber eure Ernährung habt ihr euch schon ausgesucht. Von der genetischen Ausstattung her seid ihr ja eher Fleischfresser als Vegetarier. Warum also die Bambus-Diät, die eurem Magen gar nicht sonderlich gut bekommt?
Panda: Der Vegetarismus macht uns unabhängiger von Nahrungskonkurrenten. Und der Bambus mundet uns ganz vorzüglich. Hier im Park bekommen wir auch Äpfel und Pandabrot.

dr: Stört es euch, dass ihr als Kuscheltiere, Tassen, Taschen, Fächer, Ohrstecker, Matroschkas, Schlüsselanhänger, Hüte und Kostüme vermarktet werdet? Und wie findet ihr es, dass ihr ständig beobachtet, bejubelt und fotografiert werdet? Eigentlich seid ihr ja Einzelgänger …
Panda (äugt nach den knackigen Bambusstängeln): Wenn davon unsere Bambusberge und die Wiederaufforstung der Habitate unserer wilden Artgenossen finanziert werden, können wir uns damit arrangieren. Und welche Wahl haben wir denn: Irgendwie haben wir im Survival-of-the-Fittest-Kampf gepennt.

dr: Das ist eine sehr pragmatische Einstellung. Dann lass es dir mal schmecken.

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