Miniaturkutter, Seehunde in Schneekugeln, „Ebbe & Flut“-Tee, Lenkdrachen und Sanddornlikör in fischförmigen Flaschen: Das Andenkenangebot an der ostfriesischen Nordsee ist von den Elementen Wasser und Luft inspiriert. Im Shop der Seehundstation in Norddeich entschied sich die reisekorrespondentin (dr) für einen Heuler aus Plüsch und fragte ihn nach den Attraktionen der Region.
dr: Moin, du süßes Seehundbaby. Dürfte ich dich einmal kräftig knuddeln und danach auf eine Sightseeing-Tour entlang der Küste entführen?
Heuler (patscht begeistert mit den Flossen): Oh ja, endlich mal raus hier! Aber versprich mir, dass ich mich zwischendurch im Meer austoben darf.
dr: Kein Problem. Bei der Gelegenheit kannst du mir auch gleich die schönsten Strände rund um Norden-Norddeich zeigen.
Heuler (blinzelt freundlich): Gerne. Allerdings ist die hiesige Küste kein Badeparadies mit endlosen, flach abfallenden Sandstränden. Es stehen mehrere Trockenstrände zur Auswahl, die teilweise über eine ausgezeichnete Infrastruktur verfügen, hier in Norddeich zum Beispiel oder in östlicher Richtung in Dornumersiel. An den befestigten Ufern gelangt man über Treppen ins Wasser. Ansonsten sind auch Tagesausflüge mit der Fähre zu den Bilderbuchstränden von Inseln wie Baltrum, Juist oder Norderney möglich.
dr: Welche Orte und Attraktionen sollte man denn sonst noch keinesfalls verpassen?
Heuler (runzelt die Stirn): Das hängt stark von den individuellen Vorlieben ab. Vielen Menschen gefällt Greetsiel mit seinen Gemütlichkeit ausstrahlenden Gassen und Geschäften und der bunten Krabbenkutterkarawane am Hafen überaus gut. Entsprechend herrscht dort unentwegt Getümmel. Großen Andrang gibt es auch an der Seehundstation in Norddeich. Alle wollen die Robbenkinder bei ihren Unterwasserpurzelbäumen beobachten. Der Campener Leuchtturm mit seinem sensationellen Ausblick und der rot-gelb gestreifte Pilsumer Leuchtturm sind unbedingt einen Besuch wert, ebenso die Warfendörfer im Hinterland wie Pewsum, Pilsum oder Rysum mit ihren alten Windmühlen und Backsteinkirchen. Und selbstverständlich kommt man an unseren Teestuben, den Fischrestaurants und den idyllisch gelegenen Hofcafés mit hausgemachten Leckereien nicht vorbei.
dr: Die Produktpalette in den Andenkenshops mit solch maritim inspirierten Namen wie „Meeresbrise“, „RahRitäten“ und „Strandgut“ lässt sich ungefähr so skizzieren: massenhaft küstenbezogener Nippes und Naschkram (Badelatschenkühlschrankmagneten, Leuchtturmsalzstreuer, „Meer geht immer“-Türschilder, „Schafsköttel“-Lakritzbonbons, Wattwurmfruchtgummis etc.), etliche Variationen von Sanddornspezialitäten und Teekreationen („Klönstunden-Tee“, „Schietwetter-Tee“, „Greetsieler Geist“ etc.) und eine enorme Auswahl an Friesennerzen, Matschhosen und Regenstiefeln für die Ganzkörpergummierung, als gelte es ein Ausrufezeichen hinter die Redewendung zu setzen, dass es kein schlechtes Wetter gibt, nur schlechte Kleidung. Wenn man nun aber etwas Authentisches ergattern möchte: Wie lautet dein Insider-Tipp für ein solches Mitbringsel?
Heuler (strahlt und patscht freudig mit den Flossen): Na, mich natürlich. Nein, Spaß beiseite. Wenn man etwas Originelles oder Originales wie zum Beispiel ein ostfriesisches Teeservice erstehen möchte, dann sollte man am besten in Trödel- statt Souvenirläden stöbern – oder bei „Traumflug“ am alten Deich in Greetsiel. Das Geschäft ist eine Fundgrube für wundervolle Windspiele und Lenkdrachen.
dr: Vielen Dank für die Empfehlungen.
Heuler: Da nicht für. Zum Schluss sei mir noch ein Hinweis in eigener Sache gestattet: Wenn ich echt wäre und nicht aus Stoff, dann hättest du mich unbedingt in Ruhe lassen müssen. Findet man ein mutterloses Robbenkind in freier Natur, gilt als oberstes Gebot: niemals anfassen oder mitnehmen und gegebenenfalls die nächste Seehundstation informieren. Sonst passiert es, dass die Muttertiere ihre Jungen nicht mehr akzeptieren und diese dann in Obhut genommen werden müssen.
dr: Stimmt. Das ist eine wichtige Ergänzung. Hier noch der Link zu einem Flyer mit Verhaltensregeln, wenn man irgendwo ein verwaistes Seehundbaby sichtet: „Seehund, was nun?“

















