Naturpfad Darmstadt-Eberstadt: Streifzug durch vier Jahreszeiten

Grüne Wiesen, blühende Flugsanddünen, bunte Wälder und schneebedeckte Felder: Im Süden von Darmstadt verbindet der Eberstädter Naturpfad zwei FFH-Schutzgebiete und Landart. Eine Bilderreihe zum Wandel der Wanderroute im Jahresverlauf.

Fehlt nur noch das Meer. Dieser Gedanke drängt sich unwillkürlich auf, wenn man den Blick über die Dünenlandschaft am Ulvenberg schweifen lässt. Die sandige Anhöhe erweckt den Anschein, als hätte sie jemand aus einem Küstengebiet herausgestanzt und mitten im Wald von Darmstadt-Eberstadt wieder eingepflanzt. Im Hochsommer herrscht hier oben manchmal eine Gluthitze, die mit mediterranen Zonen in Konkurrenz treten kann. Es duftet dann nach Kiefern und Kräutern.

Diese für Südhessen äußerst exotisch anmutende Landschaftsformation ist nur eine von vielen Besonderheiten rechts und links des Eberstädter Naturpfades. Der neun Kilometer lange Rundweg wurde 1931 erstmals angelegt und zum 100-jährigen Bestehens des Touristenvereins Naturfreunde Deutschlands e.V. 2005 von der Ortsgruppe Darmstadt-Eberstadt erneuert. Vom Eberstädter Rathaus führt die mit einem grünen „N“ markierte Strecke vorbei am Bauerngarten über den Kirchberg mit der Dreifaltigkeitskirche bis zur Modaupromenade und den Kunstwerken eines neuen Landart-Projekts des Vereins für Internationale Waldkunst.

Als nächstes geht es durch Gehölz, Felder und einen Kiefernmischwald zum Naturschutzgebiet „Düne am Ulvenberg“ hinauf. Seit 2001 ist die offene Flugsanddüne wegen ihres Trockenrasens mit wertvoller Fauna und Flora als FFH-Gebiet gemeldet und nach Europarecht geschützt. Schillergras, Nadelröschen, Sandradmelde, Silberscharte und Kreuzenzian sind nur einige der botanischen Raritäten, die sich in dem ökologischen Kleinod entdecken lassen. Die Tierwelt präsentiert sich mit Arten wie der giftigen Dornfingerspinne, der blauflügeligen Ödlandschrecke und dem Sonnenröschen-Bläuling ebenso spezialisiert.

Im weiteren Verlauf streift der Naturpfad den Eberstädter Friedhof und das ehemalige Vereinsgelände der Vogelfreunde, um dann in das Naturschutzgebiet „Lerchenberg und Kernesbellen“ einzumünden. Die 17 Hektar umfassende Schutzzone ist die größte der Eberstädter Dünen und Lebensraum seltener Pflanzen wie Ohrlöffelleimkraut, Kammschmiele und Dünensteinkraut. Eiszeitliche Südweststürme wehten einst kalkhaltigen Feinsand aus den Schotterbetten des Rheins und Alt-Neckars über die baumlose Gegend und formten auf diese Weise die wundersamen Binnendünen. Zum Abschluss dreht der Naturpfad noch eine Schleife um den Riedberg mit dem Naturfreundehaus, bevor er sich entlang der Modau zurück zum Rathaus schlängelt. Dass die Route zu jeder Jahreszeit reizvoll ist, dokumentieren die folgenden Fotostrecken.

Frühling

Sommer

Herbst

Winter

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