Italien, Mitbringsel

Interview mit einer Teigpuppe


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„Miss Frascati“ ist keine Schönheitskönigin im klassischen Sinne. Mit ihren üppigen Kurven entspricht sie eher einem Busenwunder als einer ätherischen Laufsteggrazie, und ihr Teint ist teigig, nicht wie Porzellan. die reisekorrespondentin (dr) wollte herausfinden, warum sie trotzdem den Titel trägt und begab sich in eine Pasticceria des Kleinstädtchens bei Rom.

dr: Miss Frascati, Sie sehen aus wie eine teiggewordene Männerfantasie. Bitte gestatten Sie mir die Frage: Ist alles echt an Ihnen?“
Miss Frascati (strahlt): Aber ja! Ich bin vom Scheitel bis zur Sohle aus Teig nach Originalrezept. Man nehme Mehl, unser gutes natives Olivenöl und …

dr: Zwischen Scheitel und Sohle tragen Sie allerdings nur eine Liebesperle am Bauchnabel und ein Faltenröckchen, da schaut man unweigerlich auf Ihre drei Brüste …
Miss Frascati (strahlt und gluckst): Ach, damit habe ich kein Problem. Ich symbolisiere die Fruchtbarkeit und den Wohlstand unserer Region, die leider immer etwas im Schatten von Rom steht. Wussten Sie, dass aus meiner dritten Brust nicht Milch, sondern Wein fließt?

dr: Ähm, nein, aber es liegt natürlich nahe bei einer bekannten Weinregion wie Frascati.
Miss Frascati: Eben. Unser Weißwein ist einzigartig – strohgelb mit goldenen Reflexen. Auch unser Olivenöl ist wie flüssiges Gold. Und haben Sie gesehen, wie die Abendsonne ihre Strahlen über unsere prunkvollen Villen und Parks gießt. Und haben Sie den Goldprunk in unserer Kirche …

dr: Das habe ich. Aber erzählen Sie auch etwas von den Schattenseiten Frascatis.
Miss Frascati: Ja, die gibt es auch. 1943 wurden wir von den USA bombardiert, weil sich bei uns das Hauptquartier von Generalfeldmarschall Kesselring befand.

dr: Es braucht einen Kennerblick, um zu unterscheiden, was in Frascati original und was rekonstruiert ist. Haben Sie eigentlich einen Lieblingsplatz?
Miss Frascati: Sicher, aber den kann ich Ihnen leider nicht verraten, sonst kleben mir die Paparazzi an den Teigfersen. Aber was Sie keinesfalls verpassen sollten, ist ein Besuch des Weinguts von Antonio Pulcini. Der Wein, der Käse … Und danach sollte man noch eine Schlemmertour durch die Albaner Berge unternehmen, um die Salami und die Walderdbeerschlagsahnebecher in Nemi zu kosten und …

dr: Ja, prima, vielen Dank!

Miss Frascati
Fotos: pa

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