Lieblingsunterkünfte, Südafrika

Shayamanzi, Whirlpool mit Wildlife-Kino


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Es ist aufregend, in Südafrika mit einem Jeep auf Safari zu gehen. Doch es gibt noch eine andere Möglichkeit, sich den wilden Tieren zu nähern: mit dem Hausboot. In Kwazulu Natal kann man mit einem schwimmenden Hotel auf dem Lake Jozini herumschippern und vom Whirlpool großes Wildlife-Kino schauen.

Irgendetwas raschelt im Schilf. Ich äuge von meinem Bett in die Dunkelheit. Was kann das sein? Ein übermütiger Fisch? Ein schlafloses Krokodil? Oder gar ein Flusspferd, das unser Hausboot zu entern versucht? Vor den grauen Dickwänsten habe ich gehörigen Respekt. Sie werden mit ihren possierlichen Ohren und den kurzen Beinen chronisch unterschätzt und verursachen die schlimmsten Safari-Unfälle. Vorsichtig pirsche ich mich zur Reling und schließe die Glastür. Doch der Ventilator in der Kabine schwächelt. Es wird unerträglich stickig, und so reiße ich die Schiebetür kurz darauf wieder auf. Das Geräusch im Schilf scheint jetzt noch näher zu sein.

Es wird eine unruhige Nacht auf dem Hausboot Shayamanzi. Ich lausche angestrengt in die Finsternis und schlafe erst spät ein. Doch was wäre eine Safari ohne Schreckmomente, die auch dann noch haargenau im Gedächtnis sind, wenn über allem anderen schon der Nebel des Vergessens liegt. Am nächsten Morgen mühen wir uns in aller Herrgottsfrühe aus den Betten. Die Crew hatte uns damit geködert, dass diese Zeit hervorragend zum Angeln sei. Und dafür reisen schließlich die meisten Touristen hierher. Der Lake Jozini in der Provinz Kwazulu Natal ist das einzige Gewässer in Südafrika, in dem sich der Tigerfisch tummelt – ein großer, kraftvoller Geselle, der dafür bekannt ist, dass er an der Angelschnur einen wilden Kampf ums Überleben vollführt und somit eine besondere Attraktion für seine Jäger darstellt.

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Angelausflug in aller Herrgottsfrühe

Wir werden bei unserer Angelaktion zwar viele Köderfische im Wasser versenken, aber keine einzige Beute herausziehen. Trotzdem ist es auf dem See am frühen Morgen wunderschön. Die Luft ist noch frisch und der Himmel klar. Unser kleines Beiboot zerteilt das spiegelglatte Wasser. Die Hippos tauchen erst auf, als wir wieder Kurs auf die Shayamanzi nehmen. Meine Müdigkeit ist ganz plötzlich verflogen. Was würde wohl passieren, wenn die feisten Kolosse genau unter unserer Nussschale auftauchen?

Nach dem Frühstück machen wir es uns auf dem Oberdeck bequem. Damit wir von dort Wildlife-Kino schauen können, hält der Kapitän die Shayamanzi in Ufernähe auf Kurs. Der Lake Jozini ist von zwei Naturschutzgebieten umgeben, dem Pongola Game Reserve und dem Phongolo Nature Reserve. Hier spaziert so ziemlich alles herum, was Safari-Gäste glücklich macht – weiße und schwarze Nashörner, Elefanten, Giraffen, Zebras, Büffel und Antilopen. Hinzu kommen mehr als 350 Vogelarten.

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Der Lake Jozini bezaubert mit spiegelklarem Wasser.
Fotos: pa

Die Shayamanzi ist 25 Meter lang und acht Meter breit. Auf zwei Decks sind sechs Kabinen mit Nasszellen, eine Lounge, ein Esszimmer, eine Küche und zwei Bars untergebracht. Das i-Tüpfelchen befindet sich auf dem Hinterdeck: ein Jacuzzi unter freiem Himmel. Was für ein unfassbarer, wahnsinniger, abgefahrener Luxus – ein Blubberbad mit Blick auf die afrikanische Tierwelt. Mehr geht nicht. Wirklich nicht. Auch abends ist der Whirlpool ein fantastischer Aufenthaltsort. Das südafrikanische Naturkino zeigt dann einen romantischen Streifen mit funkelndem Sternenhimmel.

Shayamanzi House Boat: www.shayamanzi.co.za

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