Kapverden, Nie wieder

Im Buggy über Sand und Stein


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Nie wieder will ich mit einem Buggy über die Kapverden heizen und bangen, …

… von den Dünen herunter vorwärts, seitwärts oder sogar rückwärts Purzelbäume zu schlagen. Die Insel Sal im Nordosten des kapverdischen Archipels ist nicht nur einer der trockensten und sonnenreichsten Flecken der Erde, sondern auch einer der langweiligsten. Zumindest dann, wenn man sich weder für Surfen noch Sonnenanbeten begeistern kann. Und so versprach ich mir von der Buggy-Safari eine willkommene Abwechslung zwischen Baden und Büfett. Auch wollte ich herausfinden, ob die kleine Wüsteninsel vor der Westküste Afrikas tatsächlich nur aus Sand, Salinen, Geröll und Mini-Oasen mit strubbeligen Dattelpalmen besteht.

Kaum hatte ich die Schutzbrille aufgezogen, den Beduinenschal um Stirn, Nase und Mund gewunden und mich in dem offenen Buggy niedergelassen, setzte sich unsere Karawane auch schon mit Getöse in Bewegung. Nur ein kurzes Stück fuhren wir auf asphaltierten Straßen, vorbei an Riesenschildern mit Riesenprojekten, denn die Kapverden sprinten einer neuen Dimension des Tourismus entgegen, Armut und mangelnde Alternativen sind der Antrieb.

Dann bogen wir in Richtung Wüste ab, brausten über Schotterpisten mitten hinein in die Dünen, die Hänge hinunter und die Hügel hinauf, durch tiefe Furchen und über schmale Kämme. Die Buggys vor mir wirbelten Sand und Staub auf, viel Sand und Staub, ich sah fast nichts mehr durch meine Schutzbrille, nicht den Buggy vor mir, nicht den nächsten Sandberg, nicht den wolkenlosen Himmel, erst recht nicht die knochenweißen Strände oder den Monte Grande, mit 405 Metern die höchste Erhebung des nur 30 Kilometer langen und zwölf Kilometer breiten Eilands.

So muss es sein, wenn man in einem Sandsturm steckt, dachte ich. Und dann kam es noch schlimmer, weil sich das Beduinentuch löste und über die Schutzbrille rutschte. Staub kitzelte mir in der Nase, Sand knirschte zwischen meinen Zähnen. Wahrscheinlich haben die Buggys keine Glasscheiben, weil das zu gefährlich ist, falls man sich überschlägt oder mit den Ballonreifen vom Dünenkamm abkommt und kentert, was ich die ganze Höllenfahrt über befürchtete, und doch immer wieder um Haaresbreite nicht passierte.

Endlich erreichten wir ebenes Gelände, rotbraune Geröllwüste und totenblasse Salzfelder, vor denen unsere schwarzen Fahrzeuggestelle wie Mammutgerippe wirkten, wahrscheinlich lag das an meinem durchgeschüttelten Gehirn. Der schönste Moment an der Buggy-Safari war das Ende, als ich den Motor abstellte, den Staub aus den Kleidern klopfte und zu dem erfreulichen Ergebnis kam, dass alle Gliedmaßen unversehrt geblieben waren.

Kapverden_Sal_Quad
Wer für Surfen nichts übrig hat, kann sich mit Buggy- oder Quadsafaris die Zeit vertreiben.
Fotos: pa

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