Märkte sind eine wunderbare Möglichkeit, um einen ersten Eindruck von den Eigenheiten eines Landes zu gewinnen. Wie ein lebendig gewordenes Wimmelbilderbuch illustriert das Treiben, wie die Menschen ticken, …
… was sie essen und wie sie verhandeln, welche handwerklichen Geschicke sie besitzen, wie sie zu schwächeren Lebewesen in der Nahrungskette eingestellt sind und ob sie zu Ordnung oder Chaos tendieren. Diese Bilderserie wirft ein Schlaglicht auf Märkte rund um den Globus. Im ersten Teil geht es um Usbekistan, das zentralasiatische Land an der einstigen Seidenstraße.

Chaos? Nicht auf den Märkten von Usbekistan. Überall werden die Waren fein säuberlich sortiert präsentiert. Auf den Obst- und Gemüsemärkten in den Markthallen ebenso wie …

… auf den Kunsthandwerkmärkten in den Parks und Koranschulen …

… sowie auf den fliegenden Märkten an den Bahnsteigen …

... und an den Straßenrändern. Verbreitetes Transportmittel der Brotverkäufer sind Kinderwagen.

Selbst an den Fisch- und Fleischständen sind die Produkte sittsam gestapelt. Nirgendwo blutige Fischköpfe und Hühnerbeine, die wild in der Gegend verstreut liegen wie nach einem Bombeneinschlag. Auf den Märkten anderer asiatischer Länder kann man diesen Appetitzügler häufig erleben.
Ja, man kann sogar sagen, dass die Usbeken einen Stapelfimmel haben, auf jeden Fall aber ein Faible für Formen und Ebenmaß. Hier sitzt jede Walnuss und jede Trockenfrucht auf den Millimeter.

Und die Brote sind mit feinsten Mustern verziert, als wären sie ein Wandschmuck und kein kurzlebiges Nahrungsprodukt.

Woher das kommt, zeigt der Blick auf die Monumente des Landes. Sie sind Meisterwerke der Ornamentik und Symmetrie, hier eine Koranschule in Buchara.

In den wenigsten Medresen wird heute noch gebetet. Viele sind zu Kunsthandwerkmärkten umfunktioniert, auf denen man die Fingerfertigkeit von Seidenmalern, Koranständerschnitzern, Kalligrafen und Teppichknüpferinnen bestaunen kann.

Geduld und Geschick brauchen auch Touristen, die mit den Händlern feilschen und sich nicht auf „Zahl-zehn-nimm-zwölf“-Deals einlassen wollen. Mitunter wirkt es erst, wenn man ihnen vorgaukelt, dass man ohne etwas zu erwerben weitergehen wird. Und manchmal muss man auch genau das tun. Dann folgen die Händler meist und umkreisen die Zielpersonen mit neuen Preisen.
Der zweite Teil dieser Serie führt ins Land der Kräuterhexen und Meerschweinchenesser – nach Ecuador.

1 Kommentar
Tolle Bilder, die Stapelkunst ist echt beeindruckend. Freue mich schon auf die Fortsetzung!