Thüringer Bratwurst als Schlüsselanhänger, Bausätze für Miniatur-Wartburgen, Luther-Playmobilfiguren, „Bach-Bussi“-Pralinen, Wildkatzenseife und Blütenhonig aus der Region: In den Souvenirläden rund um Eisenach und den Nationalpark Hainich hat man die Wahl zwischen Nippes und Nützlichem. die reisekorrespondentin (dr) legte sich im Wildkatzendorf Hütscheroda eine Kuscheltierwildkatze zu und holte sich bei ihr Tipps für Ausflüge und Andenken ein.
dr: Schönen guten Tag, du flauschige Wildkatze. Als Plüschtier bist du im Grunde eine vollkommen untypische Vertreterin deiner Art. Im Wildkatzendorf Hütscheroda habe ich erfahren, dass ihr Wildkatzen selten, scheu und niemals zahm seid – also das Gegenteil von menschenbezogenen und Streicheleinheiten liebenden Hauskatzen.
Wildkatze (schmiegt sich an die reisekorrespondentin): Das ist alles korrekt. Ich bin als Stofftier überaus verschmust und heimelig veranlagt. Doch meine Artgenossen aus Fleisch und Blut leben zurückgezogen in den Wäldern. Ihr Verhalten hat mit dem von Hauskatzen nicht viel gemeinsam. Aufgrund der optischen Ähnlichkeit kommt es allerdings immer wieder zu Verwechslungen.
dr: Die Europäische Wildkatze wird als Symboltier des Nationalparks Hainich gehandelt. Allerorten entdeckt man Wildkatzenplakate, Wildkatzendorf-Flyer oder irgendwelche wildkatzenbezogenen Souvenirs. Wie fühlt es sich an, derart für Werbezwecke eingespannt zu sein?
Wildkatze (schnurrt glücklich): In jeder Hinsicht richtig. Wenn es dadurch gelingt, auf unsere problematische Situation und die dringend erforderlichen Schutzmaßnahmen wie das „Rettungsnetz Wildkatze“ oder „Wildkatzenwälder von morgen“ aufmerksam zu machen, dann ist das doch hervorragend.
dr: Was kann man in der Hainich-Region außer dem Wildkatzendorf noch besichtigen, um sein Umwelt- und Naturwissen zu vertiefen?
Wildkatze (stellt freudig den Schwanz auf): Da gibt es etliche Möglichkeiten. Um nur einige Beispiele zu nennen: das Nationalparkzentrum Thiemsburg mit seinen Ausstellungen, den Baumkronenpfad, die Umweltstation UBiS und mehrere Erlebnispfade mit spielerischen Lernstationen.
dr: Welche Mitbringsel kannst du denn abseits von allem „Wildkatzigem“ sonst noch empfehlen?
Wildkatze (schaut konzentriert): Zunächst einmal alles, was irgendwie nachhaltig, nützlich oder umweltpädagogisch wertvoll ist – angefangen von den zahlreichen Tier- und Pflanzenbüchern über Bastelsachen wie Blütenpressen und Schnitzsets bis hin zu Gebrauchsgegenständen wie Baumkronenpfadbrotdosen und handgetöpferten Teetassen. Eine sinnvolle Sache ist auch, die Tiere des Nationalparks Hainich als Kuscheltiere anzubieten. Auf diese Weise verlieben sich schon Kinder in gefährdete Geschöpfe wie uns Wildkatzen. Unsere lokalen Erzeugnisse sind gleichfalls eine ausgezeichnete Wahl. Die Produktpalette reicht von Honig, Marmelade, Kräutersalz und Senf über Teemischungen wie „Welterbe-Tee“, „Feenduft“ und „Hexenwald“ bis zu Hochprozentigem wie Gin und Obstbränden. Der Vollständigkeit halber muss ich aber auch noch unsere kulturell inspirierten Souvenirs erwähnen – also Andenken, die mit Eisenach und der Wartburg oder anderen sehenswerten Städten der Gegend wie Bad Langensalza und Mühlhausen zusammenhängen: Wartburg-Bastelbögen, Luther aus Playmobil, Bach-Büsten, Ritterpuzzle, Gespensterfiguren, Plüschtierdrachen, Thüringer-Bratwurst-Schlüsselanhänger …
dr (winkt ab): Das sollte reichen. Danke für die hilfreichen Tipps.
Wildkatze (schnurrt zufrieden): Gern geschehen.












2 Kommentare
Wie immer amüsant und informativ. Danke für diese besonderen Interviews. :-)
Das freut mich, Dankeschön!